ANTARKTIS®

Zulassungsnummer: Amtl. Pfl. Reg. Nr.3874
Produktbeschreibung
Produkttyp:Herbizid
Wirkstoff:480 g/l Bifenox (40,6 Gew.-%),
5 g/l Florasulam (0,42 Gew.-%)
Formulierung:Suspensionskonzentrat
Gefahrstoffeinstufung:GHS09 (Umweltgefährlich)
Abpackung
4 x 5 l Umkarton Art.Nr. 7430113
Wirkungsweise
ANTARKTIS ist ein Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter im Getreide im Frühjahr. ANTARKTIS enthält zwei Wirkstoffe aus unterschiedlichen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Eigenschaften: Florasulam wird von den Unkräutern schnell aufgenommen, vor allem über die Blätter. Der Wirkstoff ist systemisch und wird in alle Pflanzenteile verteilt. Es kommt zu einem Eingriff in die Eiweißbildung und der Absterbeprozess beginnt. Bifenox wirkt ergänzend als Kontaktmittel über die jungen Sprossteile und zerstört dort die Zellmembranen der Unkräuter. ANTARKTIS wirkt bereits bei niedrigen Temperaturen sicher und ist ab Vegetationsbeginn einsetzbar. Die Wirkung wird durch hohe Lichtintensität und Wachstum verstärkt.

Klassifikation des/der Wirkstoffe(s) gemäß Herbicide Resistance Action Committee (HRAC):


Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe) Bifenox: E , Florasulam: B


Wirkungsspektrum


sehr gut bis gut bekämpfbar
Acker-Hellerkraut, Acker-Vergißmeinnicht, Ausfallraps, Kamille-Arten, Feld-Ehrenpreis (bis 6-Blattstadium), Gemeines Hirtentäschelkraut, Klatschmohn, Klettenlabkraut, Kornblume (bis 6-Blatt-Stadium), Persischer Ehrenpreis (bis 6-Blatt-Stadium), Stechender Hohlzahn, Stiefmütterchen (bis 6-Blatt-Stadium), Vogelmiere, Ackerdistel (aufgelaufen)
gut bis ausreichend bekämpfbar
Acker-Frauenmantel, Acker-Hederich, Ampferblättriger Knöterich, Efeublättriger Ehrenpreis (bis 6-Blattstadium), Floh-Knöterich, Gemeine Besenrauke, Phacelia, Taubnessel (bis 6-Blatt-Stadium), Storchschnabel (bis 6-Blatt-Stadium), Weg-Rauke, Windenknöterich
nicht ausreichend bekämpfbar
Gräser

Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Unkräuter das 4 - 6 Blatt-Stadium nicht überschritten haben. In weiter fortgeschrittenen Entwicklungsstadien - insbesondere bei Ehrenpreis, Stiefmütterchen, Taubnessel und Kornblume - kann der Bekämpfungserfolg herabgesetzt sein.


VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMEN/ZWECKBESTIMMUNG
Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter
Sommerweichweizen, Sommergerste, Sommerhafer Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter

Zum Schutz von Gewässerorganismen nicht in unmittelbarer Nähe von Oberflächengewässern anwenden. In jedem Fall ist eine unbehandelte Pufferzone mit folgendem Mindestabstand zu Oberflächengewässern einzuhalten, wobei eine Anwendung nur mit Pflanzenschutzgeräten bzw. -geräteteilen, die im Erlass der Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom 10.07.2001, GZ.69.102/13-VI/B9a/01 in der jeweils geltenden Fassung, gelistet sind, zulässig ist: Ackerbau - spritzen 20 m (Abdriftminderungsklasse 90 %)

Bei Vorliegen der in der Liste der abdriftmindernden Pflanzenschutzgeräte bzw. -geräteteile (Erlass des BMLFUW vom 10.07.2001, GZ. 69.102/13-VI/B9a/01 in der jeweils geltenden Fassung) genannten Voraussetzung ist die Anwendung des jeweiligen, der Abdriftminderungsklasse entsprechenden reduzierten Mindestabstandes zu Oberflächengewässern zulässig.

Zum Schutz von Nichtzielpflanzen ist eine Abdrift in angrenzendes Nichtkulturland zu vermeiden und das Pflanzenschutzmittel in einer Breite von mindestens 20 m zu angrenzendem Nichtkulturland (ausgenommen Feldraine, Hecken und Gehölzinseln unter 3 m Breite sowie Straßen, Wege und Plätze) mit abdriftmindernder Technik (Abdriftminderungsklasse mind. 90 % gemäß Erlass des BMLFUW vom 10.07.2001, GZ. 69.102/13-VI/B9a/01 in der jeweils geltenden Fassung) auszubringen.

Anwendung

ACKERBAU

Pflanzenerzeugnisse:Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter
Anwendungsbereich: Freiland
Anwendungszeitpunkt: Frühjahr, nach dem Auflaufen der Kultur, Stadium 13 (3-Blatt-Stadium: 3. Laubblatt entfaltet, Spitze des 4. Blattes sichtbar) bis Stadium 29 (Ende der Bestockung: Maximale Anzahl der Bestockungstriebe erreicht) der Kultur
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: Spritzen
Aufwandmenge: 1 l/ha
Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l/ha
Wartezeit: keine

Pflanzenerzeugnisse:Sommerweichweizen, Sommergerste, Sommerhafer
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter
Anwendungsbereich: Freiland
Anwendungszeitpunkt: Frühjahr, nach dem Auflaufen der Kultur, Stadium 13 (3-Blatt-Stadium: 3. Laubblatt entfaltet, Spitze des 4. Blattes sichtbar) bis Stadium 29 (Ende der Bestockung: Maximale Anzahl der Bestockungstriebe erreicht) der Kultur
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: Spritzen
Aufwandmenge: 1,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l Wasser/ha
Wartezeit: keine

GENEHMIGUNGEN NACH § 18 A PFLSCHG(1998) BZW. ERWEITERTE ZULASSUNGEN GEM.ART.51 DER VERORDNUNG (EG) NR. 1107/2009:

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMEN/ZWECKBESTIMMUNG

Mischbarkeit
ANTARKTIS ist mischbar mit anderen Pflanzenschutzmitteln wie gebräuchlichen Herbiziden (z. B. TOLURON® SC (ChlorTOLURON), Fungiziden und mit dem Wachstumsregler CCC (Chlormequat). Nicht mischen mit Trinexapac-haltigen Wachstumsreglern. Bei Mischungen mit ACCase-Hemmern wie z. B. Clodinafop oder Pinoxaden kann es zur verminderter Pflanzenverträglichkeit und zu Minderwirkungen des Gräserpartners kommen. Daher empfehlen wir diese Mischungen nicht. Stattdessen empfehlen wir eine Spritzfolge mit mindestens 5 Tagen Abstand zwischen den Spritzungen.
Blattdünger: AHL können pur und dem Gemisch aus 1/4 AHL und 3/4 Wasser zugemischt werden.

Achtung: Ätzschäden sind auf den Dünger zurückzuführen. Mischungen mit Brüheresten von als Ester formulierten Herbiziden sind grundsätzlich zu vermeiden. Bei Ausbringung von Tankmischungen sind die von der Zulassungsbehörde festgesetzten und genehmigten Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen für den Mischpartner einzuhalten.
Pflanzenverträglichkeit
Schäden an der Kulturpflanze möglich.
Eine besondere Empfindlichkeit einzelner Sorten konnte nach unseren bisherigen Erfahrungen bei den o.g. Getreidearten nicht festgestellt werden. Nur gut entwickelte, gesunde Getreidebestände behandeln, die nicht durch Frost, Nässe, Hitze oder sonstige Einflüsse geschwächt sind. Gelegentlich an Getreide auftretende Spritzflecken verwachsen sich rasch wieder und haben keinen Einfluss auf den Ertrag. Nach vorausgegangener Anwendung von Kalkstickstoff wird der Einsatz von ANTARKTIS nicht empfohlen.
Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE

Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l/ha

ANTARKTIS vor Gebrauch kräftig schütteln. Spritzbehälter zu 2/3 bis 3/4 mit Wasser füllen und die erforderliche Menge ANTARKTIS dazu geben. Nach dem vollständigen Auffüllen des Spritzbehälters mit Wasser ist das Rührwerk einzuschalten und einige Minuten laufen zu lassen. Nach Arbeitspausen ist die Spritzbrühe erneut umzurühren.

AUSBRINGUNGSTECHNIK

Überlappungen beim Ausbringen der Spritzbrühe vermeiden. ANTARKTIS nur mit exakt arbeitenden Spritzgeräten ausbringen. Besonders geeignet sind Flachstrahldüsen bei einem Druck von 2,0 bis 4,0 bar und bei einer Fahrgeschwindigkeit von 6-8 km/h. Abdrift und Überdosierung sind zu vermeiden. Während der Arbeit den Spritzflüssigkeitsverbrauch in Bezug zur behandelten Fläche ständig kontrollieren. Unvermeidlich anfallende Spritzflüssigkeitsreste im Verhältnis 1:10 verdünnen und auf der vorher behandelten Fläche ausbringen.

REINIGUNG

Spritzgerät und -leitungen vor und nach Gebrauch gründlich mit Wasser reinigen, besonders wenn vorher oder nachfolgend Ester-Präparate verwendet werden. Dazu speziellen Spritzgerätereiniger (z.B. AGRO-QUICK®) verwenden. Waschwasser aus der Gerätereinigung nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen lassen.
Nachbau
Bei normaler Fruchtfolge bestehen keine Nachbaueinschränkungen. Sollte durch ungünstige Verhältnisse ein vorzeitiger Umbruch der behandelten Kultur erforderlich sein, kann sofort nach der Anwendung von ANTARKTIS nach Minimalbodenbearbeitung Sommergetreide, Mais und Weidelgras nachgebaut werden. Nach einer Wartezeit von einem Monat und vorherigem Pflügen können alle Feldfrüchte nachgebaut werden.
Anwenderschutz
(SU003) Für Kinder und Haustiere unerreichbar aufbewahren.


(SU001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel und frisch behandelten Pflanzen vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.


(SU012) Eine nicht bestimmungsgemäße Freisetzung in die Umwelt vermeiden.


(SU006) Originalverpackung oder entleerte Behälter nicht zu anderen Zwecken verwenden.


ERSTE HILFE

Einatmen: Person aus Gefahrenbereich entfernen. Person Frischluft zuführen und je nach Symptomatik Arzt konsultieren.
Hautkontakt: Mit viel Wasser und Seife gründlich waschen, verunreinigte, getränkte Kleidungsstücke unverzüglich entfernen, bei Hautreizung (Rötung etc.) Arzt konsultieren.
Augenkontakt: Kontaktlinsen entfernen. Mit viel Wasser mehrere Minuten gründlich spülen, sofort Arzt rufen, Datenblatt bereithalten. Unverletzte Auge schützen. Augenärztliche Nachkontrolle. Verschlucken: Mund gründlich mit Wasser ausspülen. Kein Erbrechen herbeiführen, sofort Arzt aufsuchen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.