Vinostar®

Zulassungsnummer: 006947-00
Produktbeschreibung
Produkttyp:Fungizid
Wirkstoff:600 g/kg Folpet (62,5 Gew.-%),,
113 g/kg Dimethomorph (11,5 Gew.-%), enthält Dinatriummaleat
Formulierung:Wasserdispergierbares Granulat
Gefahrstoffeinstufung:GHS07
GHS09
GHS08
Achtung
Abpackung
Artikelnummer
74902144 x 5 kg Umkarton
Wirkungsweise
Vinostar ist ein tiefenwirksames Fungizid mit den beiden Wirkstoffen Folpet und Dimethomorph (DMM) zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus im Weinbau.
Dimethomorph ist wirksam gegen alle Entwicklungsstadien des Pilzes, in denen aktives Zellwachstum stattfindet, da es in die Zellwandbiosynthese eingreift, d. h. die Bildung der Zellwände stört. Mit der speziellen tiefen- und lokalsystemischen Wirkung im behandelten Pflanzengewebe ermöglicht Dimethomorph einen sicheren und umfassenden Schutz auch bei ungünstigen Wetterbedingungen. Aufgrund dieser Eigenschaft werden auch frühe Infektionsphasen (1 - 2 Tage) des Erregers noch erfasst. Die starken antisporulierenden Eigenschaften von DMM verhindern die Neubildung von Sommer- und Wintersporen. Der Wirkstoff liefert dadurch auch einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung der Peronospora in der Anlage.
Folpet ist ein Kontaktwirkstoff, der zu einer anderen chemischen Gruppe, der Gruppe der beta-Phthalimide gehört. Er bildet einen Belag auf der Oberfläche und verhindert die Keimung der Pilzsporen. Die Wirkung ist protektiv. Auch DMM bildet einen Oberflächenbelag. Beide Wirkstoffe ergänzen und verstärken sich in ihrer Wirkung.
Vinostar ist raubmilbenschonend und für den integrierten Weinbau geeignet.


Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe)
Folpet: M4
Dimethomorph: H5


VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMUS/ZWECKBESTIMMUNG
Weinrebe (Nutzung als Keltertraube), Anwendung ohne Luftfahrzeuge
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.


(NW701) Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 10 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.


(WG734) Die Anwendung des Mittels kann bei Spontangärung zu Gärverzögerungen führen.


(WW750) Die maximale Anzahl der Anwendungen ist aus wirkstoffspezifischen Gründen eingeschränkt. Ausreichende Bekämpfung ist damit nicht in allen Fällen zu erwarten. Gegebenenfalls deshalb anschließend oder im Wechsel Mittel mit anderen Wirkstoffen verwenden.

Anwendung

WEINBAU

Pflanzen/-erzeugnisse: Weinrebe (Nutzung als Keltertraube), Anwendung ohne Luftfahrzeuge
Schadorganismus/
Zweckbestimmung:
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Anwendungsbereich: Freiland
Stadium der Kultur: Von 4 oder mehr Laubblätter entfaltet bis Fortschreiten der Beerenaufhellung (bzw. Beerenverfärbung) BBCH-Code: 14 - 83
Anwendungszeitpunkt: Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl der
Behandlungen:
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Zeitlicher Abstand mindestens 10 Tage
Anwendungstechnik: Spritzen oder Sprühen
Aufwandmenge: Basisaufwand: 0,5 kg/ha
BBCH 61: 1,0 kg/ha
BBCH 71: 1,5 kg/ha
BBCH 75: 2,0 kg/ha
Wasseraufwandmenge: Basisaufwand: 400 l/ha
BBCH 61: 800 l/ha
BBCH 71: 1.200 l/ha
BBCH 75: 1.600 l/ha
Wartezeit: 35 Tage

(NW605-1) Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen ist. Dabei sind, in Abhängigkeit von den unten aufgeführten Abdriftminderungsklassen der verwendeten Geräte, die im Folgenden genannten Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Für die mit "*" gekennzeichneten Abdriftminderungsklassen ist, neben dem gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebenen Mindestabstand zu Oberflächengewässern, das Verbot der Anwendung in oder unmittelbar an Gewässern in jedem Fall zu beachten.
reduzierte Abstände: 50 % 15 m; 75 % 10 m; 90 % 5 m
(NW606) Ein Verzicht auf den Einsatz verlustmindernder Technik ist nur möglich, wenn bei der Anwendung des Mittels mindestens unten genannter Abstand zu Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - eingehalten wird. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden.
20 m




WEITERE HINWEISE

Vinostar enthält den systemischen Wirkstoff Dimethomorph. In jeder Peronosporapopulation können gegenüber Dimethomorph oder anderen Fungiziden dieser Gruppe (CAA Fungizide) resistente Stämme enthalten sein, wenn der Wirkstoff oder Wirkstoffe aus der Gruppe zu häufig angewendet werden. Um die Entwicklung resistenter Stämme oder deren Ausbreitung zu verhindern, empfehlen wir den Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffgruppen. Um eine Resistenzbildung zu vermeiden, enthält Vinostar neben DMM den breit wirksamen, die Wirkung von DMM ergänzenden, multi-site Kontaktwirkstoff Folpet.

GENEHMIGUNGEN NACH § 18 A PFLSCHG(1998) BZW. ERWEITERTE ZULASSUNGEN GEM.ART.51 DER VERORDNUNG (EG) NR. 1107/2009

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMUS/ZWECKBESTIMMUNG
Weinrebe
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Hinweis für genehmigte Anwendungen
In Abhängigkeit von Kultur, Sorte, Anbauverfahren und spezifischen Umweltbedingungen können Schäden an der zu behandelnden Kultur nicht ausgeschlossen werden. Die Pflanzenverträglichkeit sollte daher unter den betriebsspezifischen Bedingungen geprüft werden.

Pflanzen/-erzeugnisse: Weinrebe
Schadorganismus/
Zweckbestimmung:
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Anwendungsbereich: Weinbau
Anwendungszeitpunkt: bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl der
Behandlungen:
In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Zeitlicher Abstand: mindestens 10 Tage
Anwendungstechnik: Hubschrauber mit angebauter Sprühanlage der Hersteller Simplex oder Isolair; Injektionsdüsen der Größe 05
Aufwandmenge: ES09: 0,5 kg/ha
ES61: 1,0 kg/ha
ES71: 1,5 kg/ha
ES75: 1,0 kg/ha
Wasseraufwandmenge: mindestens 150 l/ha
Wartezeit: 35 Tage

(NZ180) Es dürfen nur Hubschrauber mit angebauter Sprühanlage, z. B. von den Herstellern Simplex oder Isolair, und Injektordüsen der Größe 05 verwendet werden.
(NT187) Die erste Flugbahn des Hubschraubers muss zusätzlich zu dem ggf. in einer anderen Anwendungsbestimmung geforderten Mindestabstand mindestens eine halbe Arbeitsbreite vom Rand der behandelten Fläche entfernt verlaufen.
(NW610) Die Anwendung des Mittels mit Luftfahrzeugen auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen Bundeswasserstraßen sowie nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mindestens mit dem im Folgenden genannten Abstand erfolgen.
50 m
(NW611) Die Anwendung des Mittels mit Luftfahrzeugen auf Flächen in Nachbarschaft von den Bundeswasserstraßen Main, Mosel, Neckar, Rhein und Saar muss mindestens mit dem im Folgenden genannten Abstand erfolgen.
30 m
(SF1962) Es ist sicherzustellen, dass während der Behandlung mittels Luftfahrzeugen und bis zum Abtrocknen des Spritzbelages die behandelte Fläche und ein zusätzlicher 5 Meter breiter, nicht behandelter Streifen ringsherum von unbeteiligten Dritten nicht betreten wird.



Mischbarkeit


Bei Mischungen ist unbedingt die Gebrauchsanleitung des Mischpartners zu beachten. Mischbrühen grundsätzlich sofort nach dem Ansetzen und bei laufendem Rührwerk ausbringen. Bitte führen Sie einen Mischbarkeitstest durch, sollten Sie eine Tankmischung von Vinostar mit Talendo® planen, insbesondere, wenn auch noch Bittersalz zugegeben werden soll. In einzelnen Fällen hat eine derartige Tankmischung zu Schwierigkeiten geführt.


Pflanzenverträglichkeit


Vinostar erwies sich bisher in allen Rebsorten als gut verträglich.

Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE


Entleerte Präparatebehälter sorgfältig und vollständig leeren. Angebrochene Gebinde nach Gebrauch wieder gut verschließen. Spritztank zu 2/3 der erforderlichen Wassermenge füllen. Das Produkt bei eingeschaltetem Rührwerk zugeben und restliche Wassermenge auffüllen. Die Spritzbrühe sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen. Die Hinweise der Einzelprodukte sind zu beachten. Das Produkt nur mit exakt arbeitenden Spritzgeräten ausbringen. Spritzbrühereste vermeiden; nur so viel Spritzbrühe ansetzen, wie tatsächlich gebraucht wird.

REINIGUNG


Vor und nach dem Einsatz des Spritzgerätes muss das Gerät sorgfältig gereinigt werden. Spritze vollständig auf dem Feld leerspritzen. Technisch unvermeidbare Restmenge im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen und bei laufendem Rührwerk auf behandelter Fläche verspritzen. Im ersten Reinigungsdurchgang ein geeignetes Reinigungsmittel(z. B. Agro-Quick®) zugeben. Die Innenflächen des Tanks mit Wasserstrahl bzw. Reinigungsdüsen abspritzen, am besten unter Einsatz einer integierten Reinigungsdüse abspritzen. Rührwerk für mindestens 15 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der behandelten Fläche ausspritzen. Waschwasser aus der Gerätereinigung nicht in die Kanalisation oder Gewässer gelangen lassen.

Nachbau


Nach der Umlegung von Rebflächen, die mit Vinostar behandelt wurden, können alle Kulturen nachgebaut werden.

Umweltverhalten

NUTZORGANISMEN

(NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).

(NN134) Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Typhlodromus pyri (Raubmilbe) eingestuft.
(NN161) Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Coccinella septempunctata (Siebenpunkt- Marienkäfer) eingestuft.
(NN170) Das Mittel wird als nichtschädigend für Populationen der Art Chrysoperla carnea (Florfliege) eingestuft.
(NN3842) Das Mittel wird als schädigend für Populationen der Art Aphidius rhopalosiphi (Brackwespe) eingestuft.

WASSERORGANISMEN

(NW262) Das Mittel ist giftig für Algen.

(NW264) Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere.

Anwenderschutz
(SB001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.
(SU016) Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen.
(SB110) Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten.
(SF1891) Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.
(SS110) Universal- Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SS2101) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SS2202) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.
(SP001) Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.
(SF1962) Es ist sicherzustellen, dass während der Behandlung mittels Luftfahrzeugen und bis zum Abtrocknen des Spritzbelages die behandelte Fläche und ein zusätzlicher 5 Meter breiter, nicht behandelter Streifen ringsherum von unbeteiligten Dritten nicht betreten wird.

ERSTE HILFE


Nach Einatmen: Person aus Gefahrenbereich entfernen. Person Frischluft zuführen und je nach Symptomatik Arzt konsultieren.
Nach Hautkontakt: Mit viel Wasser und Seife gründlich waschen, verunreinigte, getränkte Kleidungsstücke unverzüglich entfernen. Bei Hautreizung (Rötung etc.) Arzt konsultieren.
Nach Augenkontakt: Kontaktlinsen entfernen. Mit viel Wasser mehrere Minuten gründlich spülen, falls nötig, Arzt aufsuchen.
Nach Verschlucken: Mund gründlich mit Wasser spülen. Viel Wasser zu trinken geben, sofort Arzt aufsuchen.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.