Veriphos®

Zulassungsnummer: 027207-00
Produktbeschreibung
Produkttyp:Fungizid
Wirkstoff:755 g/l Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit) (51,7 Gew.-%)
Formulierung:Wasserlösliches Konzentrat
Gefahrstoffeinstufung:
Abpackung
Artikelnummer
74902522 x 10 l Umkarton
Wirkungsweise
Veriphos ist ein vollsystemisch protektiv und kurativ wirkendes Fungizid mit dem Wirkstoff Kalium-Phosphonat zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) in Weinreben. Durch die vollsystemischen Eigenschaften des Mittels werden auch Pflanzenteile geschützt, die nicht direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Das Mittel wirkt kurativ bis zu 48 Stunden nach Infektion.

Der Wirkungsmechanismus des Kalium-Phosphonats ist relativ komplex. Der Wirkstoff dringt in die Pflanze ein und verteilt sich durch beide Transportsysteme der Pflanze: dem Xylem, in dem Wasser und Salze von den Wurzeln in die Triebspitzen transportiert werden und dem Phloem, in dem die in den Blättern gebildeten Assimilate zu den anderen Pflanzenteilen und bis in die Wurzeln gebracht werden. Einerseits wird der Pilz direkt angegriffen, andererseits werden die Abwehrmechanismen der Pflanze aktiviert. Die kurative Wirksamkeit des Mittels ist besonders ausgeprägt, wenn es kurz nach der Infektion eingesetzt wird. Der Wirkstoff wird sowohl in die Triebspitzen als auch in die Beeren verlagert, wodurch sowohl der Blattneuzuwachs als auch die jungen Beeren sehr gut geschützt werden.


Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe)
Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit): unbekannt


VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMUS/ZWECKBESTIMMUNG
Weinrebe (Nutzung als Keltertraube)
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.


(NW642-1) Die Anwendung des Mittels in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern ist nicht zulässig. Unabhängig davon ist der gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebene Mindestabstand zu Oberflächengewässern einzuhalten. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden.


(WG734) Die Anwendung des Mittels kann bei Spontangärung zu Gärverzögerungen führen.


(NG412) Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 5 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

Anwendung

WEINBAU

Pflanzen/-erzeugnisse: Weinrebe (Nutzung als Keltertraube)
Schadorganismus/
Zweckbestimmung:
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Anwendungsbereich: Freiland
Anwendungszeitpunkt: Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl der
Behandlungen:
In der Anwendung: 5
In der Kultur bzw. je Jahr: 5
Abstand mind. 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwandmenge: Basisaufwand: 1,0 l/ha
> BBCH 61: 3,0 l/ha
> BBCH 71: 4,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: Basisaufwand: 400 l/ha
> BBCH 61: 1200 l/ha
> BBCH 71: 1600 l/ha
Wartezeit:
Anwendung im Haus- u. Kleingartenbereich: Nein
Wartezeit: 28 Tage



Hinweise zur Anwendung mit Luftfahrzeugen

Die Anwendung muss mit einem Wasseraufwand von mindestens 150 l/ha erfolgen. Während der Behandlung mittels Luftfahrzeugen und bis zum Abtrocknen des Spritzbelages darf die behandelte Fläche von unbeteiligten Dritten nicht betreten werden. Bei der Anwendung des Mittels muss zu angrenzenden Flächen, die von unbeteiligten Dritten genutzt werden, ein Abstand von mindestens 5 m eingehalten werden. In regelmäßigen Abständen sind die Erhaltungszustände der wichtigen Pflanzen- und Tierarten in den Steillagen zu überprüfen. Die Ergebnisse sind in ein- bis zweijährigen Abstand an das BVL zu berichten und durch Fachgespräche zwischen den betroffenen Bundesländern aufzuarbeiten.
Es dürfen nur Hubschrauber mit angebauter Sprühanlage z.B. von den Herstellern Simplex oder Isolair, und Injektordüsen der Größe 05 verwendet werden. Die erste Flugbahn des Hubschraubers muss zusätzlich zu dem ggf. in einer abdereb Anwendungsbestimmung geforderten Mindestabstand mindestens ein halbe Arbeitsbreite vom Rand der behandelten Fläche entfernt verlaufen, um die Abdrift auf angrenzenden Flächen auf das für die Risikobewertung zugrunde gelegte Maß begrenzen.
Die Anwendung des Mittels mit Luftfahrzeugen auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen Bundeswasserstraßen sowie nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mindestens mit einem Abstand von 30 m erfolgen.
Die Anwendung des Mittels mit Luftfahrzeugen auf Flächen in Nachbarschaft von den Bundeswasserstraßen Main, Mosel, Neckar, Rhein, und Saar muss mindestens mit einem Abstand von 20 m erfolgen.

Sonstige Anwendungsempfehlungen

Veriphos kann in Ertragsanlagen durchgehend eingesetzt werden, unter Berücksichtigung der Wartezeit. In Junganlagen ist ebenfalls ein durchgehender Einsatz bis zum Beginn des Laubfalls möglich. Aufgrund seiner besonderen Wirkstoffeigenschaften ist der Einsatz vor, während und nach der Blüte sowie zum Traubenschluss zu empfehlen. Die Behandlungen sind vorzugsweise präventiv durchzuführen. Bei starkem Infektionsdruck ist ein kurzer Spritzabstand erforderlich.
Um die Entwicklung resistenter Stämme oder deren Ausbreitung zu verhindern, empfehlen wir den Wirkstoffwechsel zwischen Fungiziden verschiedener Wirkstoffgruppen. Die Wirksamkeit von Peronosporabehandlungen sollte laufend beobachtet werden, um frühe Anzeichen einer Wirkstofftoleranz oder -resistenz feststellen zu können. Bei einer unzureichenden Wirkung eines Mittels, für die keine plausiblen Gründe vorliegen, den Wirkstoff nicht mehr anwenden, bis Resistenz ausgeschlossen werden kann. Den Rebschutzdienst und den Hersteller informieren.

Mischbarkeit


Veriphos ist mit folgenden Fungiziden mischbar: Folpan® 80 WDG, Folpan® 500 SC, Kumulus® WG, Vivando®, Topas®, Vento® Power, Sanvino®, Collis®, Polyram® WG, Vinostar®. Veriphos ist nach Praxiserfahrungen ebenso mit vielen weiteren Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Tankmischungen sind die von der Zulassungsbehörde festgesetzten und genehmigten Anwendungsgebiete für den Mischpartner einzuhalten.


Pflanzenverträglichkeit


Veriphos erwies sich bisher in allen Rebsorten als gut verträglich.

Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE


Beim Ansetzvorgang wird die Verwendung von üblicher Schutzausrüstung empfohlen. Tank mit 3/4 der benötigten Wassermenge füllen und Rührwerk einschalten. Produkt über das Einspühlsieb oder direkt in den Tank geben. Entleerte Präparatbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben. Den Tank vollständig mit Wasser auffüllen. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen.
Ständige Kontrolle des Spritzflüssigkeitsverbrauches während der Arbeit in Bezug zur behandelten Fläche. Ein Durchfluss- und Dosiermessgerät bietet technische Hilfe. Während der Fahrt und während der Ausbringung Rührwerk laufen lassen. Nach Arbeitspausen Spritzbrühe erneut sorgfältig aufrühren. Spritzflüssigkeitsreste sind zu vermeiden. Es ist nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Es ist daher sinnvoll, die erforderliche Spritzflüssigkeitsmenge genau zu berechnen. Insbesondere bei größeren Spritzbehältern bietet sich die Verwendung eines Durchflussmengenmessgerätes bei der Tankbefüllung an.
Angesetzte Spritzbrühe nicht für längere Zeit im Spritzfass stehen lassen. Bei Ausbringung von Veriphos ist auf eine gute, gleichmäßige Benetzung der Rebstöcke zu achten. Abdrift und Überdosierung sind zu vermeiden.

AUSBRINGUNGSTECHNIK


Die Ausbringung mit Recyclinggeräten ist möglich.
Überdosierung und Abdrift ist zu vermeiden.

REINIGUNG


Nach Beendigung der Spritzung muss das Gerät sorgfältig gespült werden:
Technisch unvermeidbare Restmenge im Verhältnis von mindestens 1:10 mit Wasser verdünnen und bei laufendem Rührwerk auf der behandelten Fläche verspritzen. Ca. 10 - 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl, am besten unter Einsatz einer integrierten Reinigungsdüse, abspritzen. Rührwerk für mindestens 15 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der behandelten Fläche verspritzen. Die grobe Reinigung von Spritzen mit Wasser und Waschbürste auf dem Feld vornehmen. Reste von Reinigungswasser nicht über die Hofabläufe in die Kanalisation und Gewässer gelangen lassen.

Nachbau


Nach der Umlegung von Rebflächen, die mit Veriphos behandelt wurden, können alle Kulturen nachgebaut werden.

Umweltverhalten

NUTZORGANISMEN

(NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).

(NN1001) Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.
(NN2002) Das Mittel wird als schwach schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.
(NN234) Das Mittel wird als schwachschädigend für Populationen der Art Typhlodromus pyri (Raubmilbe) eingestuft.

Anwenderschutz
(SB001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.
(SB005) Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Etikett des Produktes bereithalten.
(SB010) Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
(SB111) Für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und in der Gebrauchsanweisung des Pflanzenschutzmittels sowie die BVL-Richtlinie "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.bvl.bund.de) zu beachten.
(SB166) Beim Umgang mit dem Produkt nicht essen, trinken oder rauchen.
(SF179) Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb von 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.
(SS206) Arbeitskleidung (wenn keine spezifische Schutzkleidung erforderlich ist) und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung von Pflanzenschutzmitteln.

ERSTE HILFE


Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut sofort mit klarem Wasser, anschließend mit Wasser und Seife waschen. Verschmutzte Kleidung vor Wiederbenutzen waschen. Wenn Symptome auftreten, Arzt aufsuchen.
Nach Augenkontakt: Sofort mindestens 15 Minuten bei gespreizten Lidern mit viel sauberen Wasser gründlich ausspülen. Sofort ärztlichen Rat einholen.
Nach Verschlucken: Erbrechen herbeiführen. Niemals einer bewusstlosen Person etwas durch den Mund zuführen. Mund mit Wasser ausspülen. Unverzüglich Arzt aufsuchen. Verpackung bzw. Etikett und, wenn möglich, Gebrauchsanweisung vorzeigen.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.