VERIPHOS®

Zulassungsnummer: 027207-00
Produktbeschreibung
Produkttyp:Fungizid
Wirkstoff:755 g/l Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit) (51,7 Gew.-%)
Formulierung:Wasserlösliches Konzentrat
Gefahrstoffeinstufung:
Abpackung
Wirkungsweise
VERIPHOS ist ein vollsystemisch protektiv und kurativ wirkendes Fungizid mit dem Wirkstoff Kalium-Phosphonat zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola) in Weinreben, sowie zur Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Peronospora sparsa) an Brombeeren und zur Bekämpfung von Phytophtora fragariae an Himbeeren. Durch die vollsystemischen Eigenschaften des Mittels werden auch Pflanzenteile geschützt, die nicht direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Das Mittel wirkt kurativ bis zu 48 Stunden nach Infektion.

Der Wirkungsmechanismus des Kalium-Phosphonats ist relativ komplex. Der Wirkstoff dringt in die Pflanze ein und verteilt sich durch beide Transportsysteme der Pflanze: dem Xylem, in dem Wasser und Salze von den Wurzeln in die Triebspitzen transportiert werden und dem Phloem, in dem die in den Blättern gebildeten Assimilate zu den anderen Pflanzenteilen und bis in die Wurzeln gebracht werden. Einerseits wird der Pilz direkt angegriffen, andererseits werden die Abwehrmechanismen der Pflanze aktiviert. Die kurative Wirksamkeit des Mittels ist besonders ausgeprägt, wenn es kurz nach der Infektion eingesetzt wird. Der Wirkstoff wird sowohl in die Triebspitzen als auch in die Beeren verlagert, wodurch sowohl der Blattneuzuwachs als auch die jungen Beeren sehr gut geschützt werden.

Ein besonderer Vorteil von VERIPHOS ist, dass die Aufwandmenge des Wirkstoffs Kaliumphosphonat genau an die Bedürfnisse der Kultur und die Anwendungsbedingungen innerhalb der zugelassenen Aufwandmengen angepasst werden kann. Diese Vorteil ergibt sich aus der Formulierung von VERIPHOS, da kein zweiter Wirkstoff enthalten ist, der die Flexibilität in der Dosierung und Anwendung begrenzt.


Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe) Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit): P7


VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMUS/ZWECKBESTIMMUNG
Brombeere
Falscher Mehltau (Peronospora sparsa)
Weinrebe (Nutzung als Keltertraube)
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Himbeere
Phytophthora fragariae

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.


(NW642-1) Die Anwendung des Mittels in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern ist nicht zulässig. Unabhängig davon ist der gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebene Mindestabstand zu Oberflächengewässern einzuhalten. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden.


(WG734) Die Anwendung des Mittels kann bei Spontangärung zu Gärverzögerungen führen.


(NG412) Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 5 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

Anwendung

WEINBAU

Pflanzenerzeugnisse:Weinrebe (Nutzung als Keltertraube)
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)
Anwendungsbereich: Freiland
Anwendungszeitpunkt: Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 5
In der Kultur bzw. je Jahr: 5
Abstand mind. 10 Tage
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwandmenge: Basisaufwand: 1,0 l/ha
> BBCH 61: 3,0 l/ha
> BBCH 71: 4,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: Basisaufwand: 400 l/ha
> BBCH 61: 1200 l/ha
> BBCH 71: 1600 l/ha
Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich:
Nein
Wartezeit: 28 Tage

OBSTBAU

Pflanzenerzeugnisse:Brombeere
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Falscher Mehltau (Peronospora sparsa)
Anwendungsbereich: Gewächshaus
Stadium der Kultur: Von Knospenschwellen: erstes deutliches Anschwellen der Blütenstandsknospen, bis Beginn der Fruchtreife: sortentypische Veränderung der Grundfarbe
Anwendungszeitpunkt: Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Abstand: 7 bis 10 Tag(e)
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwandmenge: 4l/ha
Wasseraufwandmenge: 1.000 l/ha
Wartezeit: 5 Tage
(NZ113) Anwendung nur in Gewächshäusern auf vollständig versiegelten Flächen, die einen Eintrag des Mittels in den Boden ausschließen.
(SF276-EEOS) Es ist sicherzustellen, dass bei Nachfolgearbeiten/Inspektionen mit direktem Kontakt zu den behandelten Pflanzen/Flächen nach der Anwendung in Obstbaumkulturen und in Strauchbeerenobst bis einschließlich Ernte lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk sowie Schutzhandschuhe getragen werden.
(SF277-2OS) Es ist sicherzustellen, dass die Arbeitszeit in den behandelten Kulturen innerhalb von 2 Tagen nach der Anwendung in Obstbaumkulturen und in Strauchbeerenobst auf maximal 2 Stunden täglich begrenzt ist. Dabei sind lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk zu tragen.
(SS110-1) Beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sind Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.
Pflanzenerzeugnisse:Himbeere
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Phytophthora fragariae
Anwendungsbereich: Gewächshaus
Stadium der Kultur: Von Knospenschwellen: erstes deutliches Anschwellen der Blütenstandsknospen, bis Beginn der Fruchtreife: sortentypische Veränderung der Grundfarbe
Stadium Schadorganismus: nur zur Befallsminderung
Anwendungszeitpunkt: bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 3
In der Kultur bzw. je Jahr: 3
Abstand: 7 bis 10 Tag(e)
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwandmenge: 4l/ha
Wasseraufwandmenge: 1.000 l/ha
Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich: nein
Wartezeit: 5 Tage
(NZ113) Anwendung nur in Gewächshäusern auf vollständig versiegelten Flächen, die einen Eintrag des Mittels in den Boden ausschließen.
(SF276-EEOS) Es ist sicherzustellen, dass bei Nachfolgearbeiten/Inspektionen mit direktem Kontakt zu den behandelten Pflanzen/Flächen nach der Anwendung in Obstbaumkulturen und in Strauchbeerenobst bis einschließlich Ernte lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk sowie Schutzhandschuhe getragen werden.
(SF277-2OS) Es ist sicherzustellen, dass die Arbeitszeit in den behandelten Kulturen innerhalb von 2 Tagen nach der Anwendung in Obstbaumkulturen und in Strauchbeerenobst auf maximal 2 Stunden täglich begrenzt ist. Dabei sind lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk zu tragen.
(SS110-1) Beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sind Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.

Mischbarkeit
VERIPHOS ist mit folgenden Fungiziden mischbar: FOLPAN® 80 WDG, FOLPAN® 500 SC, Kumulus® WG, Vivando®, Topas®, Vento® Power, SANVINO®, Collis®, Polyram® WG, VINOSTAR®. VERIPHOS ist nach Praxiserfahrungen ebenso mit vielen weiteren Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei Tankmischungen sind die von der Zulassungsbehörde festgesetzten und genehmigten Anwendungsgebiete für den Mischpartner einzuhalten.
Pflanzenverträglichkeit
VERIPHOS erwies sich bisher in allen Rebsorten als gut verträglich.
Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE

Beim Ansetzvorgang wird die Verwendung von üblicher Schutzausrüstung empfohlen. Tank mit 3/4 der benötigten Wassermenge füllen und Rührwerk einschalten. Produkt über das Einspühlsieb oder direkt in den Tank geben. Entleerte Präparatbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben. Den Tank vollständig mit Wasser auffüllen. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen.
Ständige Kontrolle des Spritzflüssigkeitsverbrauches während der Arbeit in Bezug zur behandelten Fläche. Ein Durchfluss- und Dosiermessgerät bietet technische Hilfe. Während der Fahrt und während der Ausbringung Rührwerk laufen lassen. Nach Arbeitspausen Spritzbrühe erneut sorgfältig aufrühren. Spritzflüssigkeitsreste sind zu vermeiden. Es ist nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Es ist daher sinnvoll, die erforderliche Spritzflüssigkeitsmenge genau zu berechnen. Insbesondere bei größeren Spritzbehältern bietet sich die Verwendung eines Durchflussmengenmessgerätes bei der Tankbefüllung an.
Angesetzte Spritzbrühe nicht für längere Zeit im Spritzfass stehen lassen. Bei Ausbringung von VERIPHOS ist auf eine gute, gleichmäßige Benetzung der Rebstöcke zu achten. Abdrift und Überdosierung sind zu vermeiden.

AUSBRINGUNGSTECHNIK

Die Ausbringung mit Recyclinggeräten ist möglich.
Überdosierung und Abdrift ist zu vermeiden.

REINIGUNG

Nach Beendigung der Spritzung muss das Gerät sorgfältig gespült werden:
Technisch unvermeidbare Restmenge im Verhältnis von mindestens 1:10 mit Wasser verdünnen und bei laufendem Rührwerk auf der behandelten Fläche verspritzen. Ca. 10 - 20 % des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl, am besten unter Einsatz einer integrierten Reinigungsdüse, abspritzen. Rührwerk für mindestens 15 Minuten einschalten. Anschließend Reinigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der behandelten Fläche verspritzen. Die grobe Reinigung von Spritzen mit Wasser und Waschbürste auf dem Feld vornehmen. Reste von Reinigungswasser nicht über die Hofabläufe in die Kanalisation und Gewässer gelangen lassen.
Nachbau
Nach der Umlegung von Rebflächen, die mit VERIPHOS behandelt wurden, können alle Kulturen nachgebaut werden.
Umweltverhalten

NUTZORGANISMEN

(NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).


(NN1001) Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.


(NN2002) Das Mittel wird als schwach schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.


(NN234) Das Mittel wird als schwachschädigend für Populationen der Art Typhlodromus pyri (Raubmilbe) eingestuft.


Anwenderschutz
(SB001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.


(SB005) Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Etikett des Produktes bereithalten.


(SB010) Für Kinder unzugänglich aufbewahren.


(SB111) Für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und in der Gebrauchsanweisung des Pflanzenschutzmittels sowie die BVL-Richtlinie "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.bvl.bund.de) zu beachten.


(SB166) Beim Umgang mit dem Produkt nicht essen, trinken oder rauchen.


(SF179) Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb von 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.


(SS206) Arbeitskleidung (wenn keine spezifische Schutzkleidung erforderlich ist) und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung von Pflanzenschutzmitteln.


ERSTE HILFE

Nach Hautkontakt: Verunreinigte Kleidungsstücke sofort ausziehen. Haut sofort mit klarem Wasser, anschließend mit Wasser und Seife waschen. Verschmutzte Kleidung vor Wiederbenutzen waschen. Wenn Symptome auftreten, Arzt aufsuchen.
Nach Augenkontakt: Sofort mindestens 15 Minuten bei gespreizten Lidern mit viel sauberen Wasser gründlich ausspülen. Sofort ärztlichen Rat einholen. Nach Verschlucken: Erbrechen herbeiführen. Niemals einer bewusstlosen Person etwas durch den Mund zuführen. Mund mit Wasser ausspülen. Unverzüglich Arzt aufsuchen. Verpackung bzw. Etikett und, wenn möglich, Gebrauchsanweisung vorzeigen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.