KANTIK®

Zulassungsnummer: 026798-00
Produktbeschreibung
Produkttyp:Fungizid
Wirkstoff:200 g/l Prochloraz (20,8 Gew.-%),
150 g/l Fenpropidin (15,6 Gew.-%),
100 g/l Tebuconazol (10,4 Gew.-%)
Formulierung:Emulsionskonzentrat
Gefahrstoffeinstufung:GHS05 (Ätzend Reizend)
GHS07 (Gesundheitsgefährdend)
GHS08 (Gesundheitsgefährdend)
GHS09 (Umweltgefährlich)
Abpackung
2 x 10 l Umkarton Art.Nr. 7490257
Wirkungsweise
KANTIK ist ein breit wirksames Fungizid mit systemischen Eigenschaften gegen Pilzkrankheiten in Weizen, Roggen, Triticale und Dinkel. Durch die Kombination von drei Wirkstoffen besitzt KANTIK ein sehr breites Wirkungsspektrum gegen die bedeutenden Pilzkrankheiten im Getreide wie z. B. Septoria-Blattdürre, Mehltau und Rost. KANTIK zeichnet sich durch eine sehr schnelle und anhaltende Wirkung aus. Neben einer sehr guten Wirkung gegen bereits vorhandene Infektionen (kurativ) verhindert KANTIK auch Neuinfektionen (protektiv). Die weitere Ausbreitung des Erregers wird gestoppt.


Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe) Prochloraz: G1 , Fenpropidin: G2 , Tebuconazol: G1


Weitere Hinweise zum Einsatz:
Nur abgetrocknete Bestände behandeln. Nicht in der Mittagshitze spritzen. KANTIK zeichnet sich durch eine gute Regenbeständigkeit aus, jedoch sollte innerhalb einer Stunde nach Behandlung kein Niederschlag fallen.
Wiederholte Anwendung kann zur Wirkungsminderung führen. Zur Erhaltung eines hohen Wirkungsniveaus sollte KANTIK daher immer (auch in Mischung mit anderen Fungiziden) mit der vollen zugelassenen Aufwandmenge bei Befallsbeginn ausgebracht werden. Die Behandlung bereits stark befallener Bestände sollte vermieden werden. Die mit KANTIK ausgebrachten Wirkstoffe sind den Resistenzklassen G1 und G2 zugeordnet. Im Falle einer beobachteten Wirkungsminderung oder einer nachgewiesenen Existenz von weniger empfindlichen Erregern sollte KANTIK ausschließlich in Mischung oder im Wechsel mit Produkten ausgebracht werden deren Wirkstoffe nicht zu diesen Resistenzklassen gehören.



VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMEN/ZWECKBESTIMMUNG
Weizen Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)
Roggen Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita)
Triticale Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria Arten (Septoria spp.)

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.

(NW607-1) Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen ist. Dabei sind, in Abhängigkeit von den unten aufgeführten Abdriftminderungsklassen der verwendeten Geräte, die im Folgenden genannten Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Für die mit "*" gekennzeichneten Abdriftminderungsklassen ist, neben dem gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebenen Mindestabstand zu Oberflächengewässern, das Verbot der Anwendung in oder unmittelbar an Gewässern in jedem Fall zu beachten. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden. reduzierte Abstände: 75 % 15 m; 90 % 15 m

(NW706) Zwischen behandelten Flächen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführender, aber einschließlich periodisch wasserführender - muss ein mit einer geschlossenen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vorhanden sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 20 m haben. Dieser Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn: - ausreichende Auffangsysteme für das abgeschwemmte Wasser bzw. den abgeschwemmten Boden vorhanden sind, die nicht in ein Oberflächengewässer münden, bzw. mit der Kanalisation verbunden sind oder - die Anwendung im Mulch- oder Direktsaatverfahren erfolgt.

(NW712) Auf derselben Fläche innerhalb eines Kalenderjahres keine zusätzliche Anwendung von Mitteln, die den Wirkstoff Fenpropidin enthalten.

(VV214) Stroh nicht zum Zwecke der Tierhaltung und Tierfütterung verwenden.

Anwendung

ACKERBAU

Pflanzenerzeugnisse:Weizen
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Braunrost (Puccinia recondita)
Anwendungsbereich: Freiland
Stadium der Kultur: Von 1-Knoten-Stadium (1. Knoten dicht über der Bodenoberfläche wahrnehmbar, mind. 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt), bis Beginn der Blüte (erste Staubgefäße werden sichtbar); [BBCH-Code: 31-61]
Anwendungszeitpunkt: Ab Frühjahr bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: Spritzen
Aufwandmenge: 2,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l/ha
Wartezeit: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z. B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich. (F)

Pflanzenerzeugnisse:Roggen
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Braunrost (Puccinia recondita)
Anwendungsbereich: Freiland
Stadium der Kultur: Von 1-Knoten-Stadium (1. Knoten dicht über der Bodenoberfläche wahrnehmbar, mind. 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt), bis Ende des Ähren-/Rispenschiebens (Ähre/Rispe vollständig sichtbar); [BBCH-Code: 31-59]
Anwendungszeitpunkt: Ab Frühjahr bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: Spritzen
Aufwandmenge: 2,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l/ha
Wartezeit: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z. B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich. (F)

Pflanzenerzeugnisse:Triticale
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria Arten (Septoria spp.)
Anwendungsbereich: Freiland
Stadium der Kultur: Von 1-Knoten-Stadium (1. Knoten dicht über der Bodenoberfläche wahrnehmbar, mind. 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt), bis Ende des Ähren-/Rispenschiebens (Ähre/Rispe vollständig sichtbar); [BBCH-Code: 31-59]
Anwendungszeitpunkt: Ab Frühjahr bei Befallsbeginn bzw. bei Sichtbarwerden der ersten Symptome
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: Spritzen
Aufwandmenge: 2,0 l/ha
Wasseraufwandmenge: 200 bis 400 l/ha
Wartezeit: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z. B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich. (F)

GENEHMIGUNGEN NACH § 18 A PFLSCHG(1998) BZW. ERWEITERTE ZULASSUNGEN GEM.ART.51 DER VERORDNUNG (EG) NR. 1107/2009:

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMEN/ZWECKBESTIMMUNG

Mischbarkeit
KANTIK® ist mit den im Getreideanbau gebräuchlichen Fungiziden, Herbiziden, Insektiziden (z.B. MAVRIK® VITA, PIRIMOR® Granulat), LAMDEX® FORTE, Wachstumsreglern und mit Bittersalz (Mg-Sulfat) mischbar. Bei Mischungen generell die Gebrauchsanleitung des Mischpartners beachten. Für eventuelle negative Auswirkungen von Tankmischungen mit von uns nicht als mischbar eingestuften Produkten haften wir nicht.
Pflanzenverträglichkeit
KANTIK wird nach unseren Erfahrungen in der empfohlenen Aufwandmenge von allen zugelassenen Getreidearten ohne Sorteneinschränkung gut vertragen. Nur abgetrocknete Bestände behandeln. Nicht in der Mittagshitze spritzen. Auf Spritzungen unter extremen Stress- und Witterungsbedingungen insbesondere an strahlungsreichen Tagen bei gering ausgebildeter Wachsschicht sollte verzichtet werden. Bei ungünstigen Witterungsbedingungen können vorübergehende Blattaufhellungen auftreten, die jedoch ohne Einfluss auf die Ertragsleistung sind. Die Zumischung von AHL, Harnstoff oder anderer Produkte zur Spritzbrühe kann den Effekt der Blattaufhellung zusätzlich verstärken.
Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE

Spritzflüssigkeitsreste sind zu vermeiden. Es ist nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Es ist daher sinnvoll, die erforderliche Spritzflüssigkeitsmenge mit Hilfe von z. B. Schlaglängentabellen genau zu berechnen. Insbesondere bei größeren Spritzbehältern bietet sich die Verwendung eines Durchflussmengenmessgerätes bei der Tankbefüllung an. Beim Ansetzvorgang wird die Verwendung von üblicher Schutzausrüstung empfohlen. Tank mit der Hälfte der benötigten Wassermenge füllen. Rührwerk einschalten. Produkt vor dem Einfüllen schütteln. Produkt über das Einspülsieb oder direkt in den Tank geben. Entleerte Präparatbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben. Tank mit Wasser auffüllen. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen. Angesetzte Spritzflüssigkeit nicht für längere Zeit im Spritzfass stehen lassen. Ständige Kontrolle des Spritzflüssigkeitsverbrauches während der Arbeit in Bezug zur behandelten Fläche. Während der Fahrt und der Ausbringung Rührwerk laufen lassen.

REINIGUNG

Nach Beendigung der Spritzung muss das Gerät sorgfältig gespült werden. Technisch vermeidbare Restmenge im Verhältnis von mindestens 1:10 mit Wasser verdünnen und bei laufendem Rührwerk auf behandelter Fläche ausbringen. Ca. 10-20% des Tankinhaltes mit Wasser auffüllen und dabei Innenflächen des Tanks mit dem Wasserstrahl abspritzen. Rührwerk mindestens 15 Minuten einschalten. Anschließend die Einigungsflüssigkeit bei laufendem Rührwerk durch die Düsen auf der behandelten Fläche ausbringen. Die grobe Reinigung von Spritzen mit Wasser und Waschbürste auf dem Feld vornehmen. Reste von Reinigungswasser nicht über die Hofabläufe in die Kanalisation und Gewässer gelangen lassen.
Umweltverhalten

NUTZORGANISMEN

(NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).


(NN1001) Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.


(NN2002) Das Mittel wird als schwach schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.


WASSERORGANISMEN

(NW262) Das Mittel ist giftig für Algen.


(NW264) Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere.


(NW265) Das Mittel ist giftig für höhere Wasserpflanzen.


Anwenderschutz
(SB001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.


(SB110) Die Richtlinie für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung im Pflanzenschutz "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist zu beachten.


(SF1891) Das Wiederbetreten der behandelten Flächen/Kulturen ist am Tage der Applikation nur mit der persönlichen Schutzausrüstung möglich, die für das Ausbringen des Mittels vorgegeben ist. Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Flächen/Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.


(SS110) Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.


(SS120) Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen bei Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.


(SS2101) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.


(SS2202) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.


(SS530) Gesichtsschutz tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.


(SS610) Gummischürze tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.


ERSTE HILFE

Einatmen: Person aus Gefahrenbereich entfernen. Person Frischluft zuführen und je nach Symptomatik Arzt konsultieren.
Hautkontakt:Mit viel Wasser und Seife gründlich waschen, verunreinigte, getränkte Kleidungsstücke unverzüglich entfernen, bei Hautreizung (Rötung etc.), Arzt konsultieren.
Augenkontakt: Kontaktlinsen entfernen. Mit viel Wasser mehrere Minuten gründlich spülen, sofort Arzt rufen, Datenblatt bereithalten. Unverletzte Auge schützen. Augenärztliche Nachkontrolle. Verschlucken: Mund gründlich mit Wasser ausspülen. Kein Erbrechen herbeiführen, sofort Arzt aufsuchen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.