Apollo® 50 SC

Zulassungsnummer: 008861-00
Produktbeschreibung
Produkttyp:Akarizid
Wirkstoff:500 g/l Clofentezin (42,0 Gew.-%)
Formulierung:Suspensionskonzentrat
Gefahrstoffeinstufung:GHS09
Abpackung
Artikelnummer
749007110 x 0,5 l Umkarton
749034410 x 1 l Umkarton
Wirkungsweise
Apollo 50 SC, ein Kontaktakarizid mit guter Dauerwirkung, wirkt besonders sicher auf Eier, aber auch auf junge Larven von Obstbaumspinnmilbe (Rote Spinne).


Wirkungsmechanismus (IRAC-Gruppe)
Clofentezin: 10A


VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

PFLANZEN/OBJEKTE SCHADORGANISMUS/ZWECKBESTIMMUNG
Apfel, Birne
Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi)

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.


(WW709) Bei wiederholten Anwendungen des Mittels oder von Mitteln derselben Wirkstoffgruppe können Wirkungsminderungen eintreten oder eingetreten sein. Um Resistenzbildungen vorzubeugen, das Mittel möglichst im Wechsel mit Mitteln aus anderen Wirkstoffgruppen verwenden.


(NT102) Die Anwendung des Mittels muss in einer Breite von mindestens 20 m zu angrenzenden Flächen (ausgenommen landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen, Straßen, Wege und Plätze) mit einem verlustmindernden Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung, mindestens in die Abdriftminderungsklasse 75 % eingetragen ist. Bei der Anwendung des Mittels ist der Einsatz verlustmindernder Technik nicht erforderlich, wenn die Anwendung mit tragbaren Pflanzenschutzgeräten erfolgt oder angrenzende Flächen (z. B. Feldraine, Hecken, Gehölzinseln) weniger als 3 m breit sind oder die Anwendung des Mittels in einem Gebiet erfolgt, das von der Biologischen Bundesanstalt im "Verzeichnis der regionalisierten Kleinstrukturanteile" vom 7. Februar 2002 (Bundesanzeiger Nr. 70a vom 13. April 2002) in der jeweils geltenden Fassung, als Agrarlandschaft mit einem ausreichenden Anteil an Kleinstrukturen ausgewiesen worden ist.


(NW605-1) Die Anwendung des Mittels auf Flächen in Nachbarschaft von Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - muss mit einem Gerät erfolgen, das in das Verzeichnis "Verlustmindernde Geräte" vom 14. Oktober 1993 (Bundesanzeiger Nr. 205, S. 9780) in der jeweils geltenden Fassung eingetragen ist. Dabei sind, in Abhängigkeit von den unten aufgeführten Abdriftminderungsklassen der verwendeten Geräte, die im Folgenden genannten Abstände zu Oberflächengewässern einzuhalten. Für die mit "*" gekennzeichneten Abdriftminderungsklassen ist, neben dem gemäß Länderrecht verbindlich vorgegebenen Mindestabstand zu Oberflächengewässern, das Verbot der Anwendung in oder unmittelbar an Gewässern in jedem Fall zu beachten.
reduzierte Abstände: 50 % 10 m, 75 % *, 90% *


(NW606) Ein Verzicht auf den Einsatz verlustmindernder Technik ist nur möglich, wenn bei der Anwendung des Mittels mindestens unten genannter Abstand zu Oberflächengewässern - ausgenommen nur gelegentlich wasserführende, aber einschließlich periodisch wasserführender Oberflächengewässer - eingehalten wird. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis zu einer Höhe von 50.000 Euro geahndet werden.
15 m

Anwendung

OBSTBAU

Pflanzen/-erzeugnisse: Apfel, Birne
Schadorganismus/
Zweckbestimmung:
Obstbaumspinnmilbe (Panonychus ulmi)
Anwendungsbereich: Freiland
Stadium der Kultur: Von Ende des Knospenschwellens (Blattknospen), Knospenschuppen heller gefärbt, z. T. sehr stark behaart, bis Beginn des Blattknospenaufbruchs (erstes Blattgrün gerade sichtbar) (BBCH-Code: 03 - 07)
Anwendungszeitpunkt: Vor dem Schlüpfen aus den Wintereiern, nach Erreichen von Schwellenwerten oder nach Warndienstaufruf
Max. Zahl der
Behandlungen:
In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: spritzen oder sprühen
Aufwandmenge: 0,2 l/ha und je m Kronenhöhe
Wasseraufwandmenge: 400 - 500 l/ha und je m Kronenhöhe
Die Anwendung ist auf eine Kronenhöhe von maximal 2 m beschränkt
Wartezeit: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z. B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich (F).

(WW709) Bei wiederholten Anwendungen des Mittels oder von Mitteln derselben Wirkstoffgruppe können Wirkungsminderungen eintreten oder eingetreten sein. Um Resistenzbildungen vorzubeugen, das Mittel möglichst im Wechsel mit Mitteln aus anderen Wirkstoffgruppen verwenden.




Mischbarkeit


Apollo 50 SC ist mit den üblichen Fungiziden und Insektiziden mischbar.

Pflanzenverträglichkeit


Apollo 50 SC ist sehr gut pflanzenverträglich.

ZUR BEACHTUNG
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich gegen Clofentezin resistente Spinnmilbenstämme entwickeln. Hinweise auf verminderte Clofentezin-Wirkung ergaben sich ab 1992. Auf Flächen, auf denen Apollo 50 SC bisher gut wirkte, kann es auch weiterhin eingesetzt werden.
Dort, wo die Apollo 50 SC-Wirkung trotz technisch einwandfreier Handhabung weniger zufriedenstellend war, sollte die Beratung des Amtlichen Dienstes eingeholt werden. Dieser wird in seiner Empfehlung auch die Gesichtspunkte möglicher Kreuzresistenzen berücksichtigen.
In allen Fällen, in denen die Apollo 50 SC-Wirkung gegen Spinnmilben unakzeptabel war, muss vorerst von einem Einsatz von Apollo 50 SC abgeraten werden. Apollo 50 SC darf unter diesen Bedingungen auch nicht in Kombination mit anderen Mitteln eingesetzt werden. Da das Auftreten von Resistenzen nicht vorhersehbar ist, schließt ADAMA Deutschland GmbH eine Haftung für Minderwirkung und Ertragsverluste aus, die dadurch entstehen, dass resistente Stämme nicht bekämpft werden.

Anwendungstechnik

ANSETZEN DER SPRITZBRÜHE


Tank zu 2/3 mit Wasser befüllen, Präparat abmessen und zugeben. Anschließend bis zur benötigten Wassermenge auffüllen. Nie mehr Spritzbrühe ansetzen als für den jeweiligen Spritztermin notwendig ist.


AUSBRINGUNGSTECHNIK


Eine gleichmäßige Benetzung ist erforderlich. Sie wird mit den üblichen Geräten am einfachsten mit hohen Wassermengen/ha erzielt. Für den Obstbau empfehlen sich 1.500 l Wasser/ha (mit einfacher Mittelkonzentration); 500 l Wasser/ha (bei dreifacher Mittelkonzentration) sollten jedoch keinesfalls unterschritten werden. Probleme in Obstanlagen bereiten oft besonders hohe Kronen und Reihen, die nur einseitig behandelt werden können (z. B. an Zäunen). Hier lässt sich durch sehr langsames Fahren bei unveränderter Brühekonzentration und Druckeinstellung (wobei sich die Brühemenge/ha automatisch erhöht) die Reichweite der Geräte verbessern.

REINIGUNG


Nach der Anwendung Spritzgeräte und -leitungen sorgfältig mit Wasser spülen und Spülflüssigkeit auf vorher behandelten Flächen ausbringen. Waschwasser aus der Gerätereinigung keinesfalls in die Kanalisation oder in Oberflächengewässer gelangen lassen.

Umweltverhalten

NUTZORGANISMEN

(NB6641) Das Mittel wird bis zu der höchsten durch die Zulassung festgelegten Aufwandmenge oder Anwendungskonzentration, falls eine Aufwandmenge nicht vorgesehen ist, als nicht bienengefährlich eingestuft (B4).

(NN1001) Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.
(NN1002) Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.

(NW263) Das Mittel ist giftig für Fischnährtiere.

Anwenderschutz
(SB001) Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.
(SB005) Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Etikett des Produktes bereithalten.
(SB010) Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
(SB111) Für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und in der Gebrauchsanweisung des Pflanzenschutzmittels sowie die BVL-Richtlinie "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.bvl.bund.de) zu beachten.
(SB166) Beim Umgang mit dem Produkt nicht essen, trinken oder rauchen.
(SB199) Wenn das Produkt mittels an den Traktor angebauten, gezogenen oder selbstfahrenden Anwendungsgeräten ausgebracht wird, dann sind nur Fahrzeuge, die mit geschlossenen Überdruckkabinen (z. B. Kabinenkategorie 3, wenn keine Atemschutzgeräte oder partikelfiltrierenden Masken benötigt werden oder Kabinenkategorie 4, wenn gasdichter Atemschutz erforderlich ist (gemäß EN 15695-1 und -2)) ausgestattet sind, geeignet, um die persönliche Schutzausrüstung bei der Ausbringung zu ersetzen. Während aller anderen Tätigkeiten außerhalb der Kabine ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung zu tragen. Um die Kontamination des Kabineninnenraumes zu vermeiden, ist es nicht erlaubt, die Kabine mit kontaminierter persönlicher Schutzausrüstung zu betreten (diese sollte in einer entsprechenden Vorrichtung aufbewahrt werden). Kontaminierte Handschuhe sollten vor dem Ausziehen abgewaschen werden, beziehungsweise sollten die Hände vor Wiederbetreten der Kabine mit klarem Wasser gereinigt werden.
(SF266) Behandelte Flächen/Kulturen erst nach dem Abtrocknen des Spritzbelages wieder betreten. Dabei sind lange Arbeitskleidung, festes Schuhwerk und Schutzhandschuhe zu tragen.
(SS110) Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SS2101) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.
(SS2202) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung des anwendungsfertigen Mittels.
(SP001) Zur Vermeidung von Risiken für Mensch und Umwelt ist die Gebrauchsanleitung einzuhalten.

ERSTE HILFE


Einatmen: Person aus Gefahrenbereich entfernen. Person Frischluft zuführen und je nach Symptomatik Arzt konsultieren.
Augenkontakt: Mit viel Wasser mehrere Minuten gründlich spülen, falls nötig, Arzt aufsuchen.
Hautkontakt: Mit viel Wasser gründlich waschen, verunreinigte, getränkte Kleidungsstücke unverzüglich entfernen, bei Hautreizung (Rötung etc.), Arzt konsultieren.
Verschlucken: Mund gründlich mit Wasser spülen. Kein Erbrechen herbeiführen, sofort Arzt aufsuchen. Datenblatt mitführen.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.